«Biotechnologie und Entwicklungszusammenarbeit»

Freitag, 27. September 2002, 13.30 bis 17.00 Uhr. Restaurant «zum Äusseren Stand», Saal «Empire», Zeughausgasse 17, Bern

  1. Biotechnologie und Entwicklungszusammenarbeit: das Engagement der DEZA
    Paul Egger, Leiter Sektion Asien II, DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit), Bern
  2. Stärkung des Biotechnologietransfers: essenzielle, neue Paradigmen für die Zukunft
    Prof. Dr. Anatole F. Krattiger, Präsident bioDevelopments-International Institute; Direktor SWIFTT (Strategic World Initiative for Technology Transfer), Cornell University, Ithaca, NY, USA
  3. Erfahrungen einer Forschungszusammenarbeit mit Indien
    Dr. Katharina Jenny, Program Manager ISCB (Indo-Swiss Collaboration in Biotechnology), Institut für Biotechnologie, ETH Hönggerberg, Zürich
  4. Biotechnologie in Entwicklungsprojekten aus Sicht eines Hilfswerks
    Prof. Dr. theol. Christoph Stückelberger, Zentralsekretär «Brot für alle», Bern; Professor für Ethik an der Universität Basel; Mitglied der EKAH
  5. Zu den Referenten

1. Biotechnologie und Entwicklungszusammenarbeit: das Engagement der DEZA

Paul Egger, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Bern

Zweck dieses Beitrages ist es, auf einige oft gestellte Fragen einzugehen und einige Elemente einer Position der DEZA zu präsentieren. Dabei sind nicht die verschiedenen Sachverständigen angesprochen, vielmehr die politisch an der Position der Entwicklungszusammenarbeit Interessierten.

Gentechnologie bringt für die Entwicklungsländer neue Chancen und Risiken. Die DEZA hat zu dieser Thematik eine differenzierte Haltung. Wegleitend ist eine ganzheitliche Güterabwägung, Nutzung der Chancen und Minderung der Risiken.

Informationen und Einsichten

1. Wer entscheidet über den Zugang der Entwicklungsländer zur Gentechnik?

  • Die Entwicklungsländer haben selber zu entscheiden, sollen selber entscheiden können. Die Wahl geeigneter Technologien liegt in der Verantwortung der betroffenen Leute, Gesellschaften, Unternehmen und Länder. Aufgabe der Entwicklungszusammenarbeit ist es, die Voraussetzungen und die Möglichkeiten der Wahl zu verbessern.

  • Voraussetzung für die freie Wahl ist Wissen, Kenntnis der Optionen, Zugang zu den Optionen und zur Technologie.

  • Die Menschen in der Dritten Welt wollen und brauchen einen besseren Zugang zu den Ressourcen. Zu den immer wichtiger werdenden Ressourcen gehört aber auch das Wissen, die am wenigsten begrenzte Ressource. Damit auch das Wissen um die Gentechnologie. Letztlich geht es um die Möglichkeit, wichtige neue Erkenntnisse und Methoden für die Ernährungssicherung wichtigen Kulturpflanzen der Entwicklungsländer, für die nachhaltigere Nutzung der natürlichen Ressourcen und für die Arbeitsbeschaffung einsetzen zu können.

  • Je mehr Forschung im öffentlichen Bereich, in öffentlichen Gütern gemacht werden kann, desto freier ist der Zugang ärmerer Länder und Bevölkerungsgruppen zu den Ergebnissen und Produkten der Forschung.

2. "Es gibt genügend Nahrung auf der Welt. Der Hunger ist ein Verteilungs-, kein Produktions-problem"

  • Es ist eine Tatsache, dass nur Arme hungern, in Entwicklungs- wie in Industrieländern.

  • Wenn die Nahrungsmittel weniger kosten, hungern die Armen weniger. Wenn sie wieder teurer werden, werden die Ärmsten wieder mehr hungern.

  • Entscheidend sind Beschäftigung und Einkommen. Diese hängen in den ärmeren Entwicklungs-ländern stark an der Landwirtschaft, wegen der Globalisierung immer mehr an einer konkurrenzfähigen innovativen Landwirtschaft in den Entwicklungsländern.

  • Die grüne Revolution hat deutlich gezeigt, dass dort, wo in der Landwirtschaft effizienter und vermehrt produziert wird, auch Arbeitsplätze geschaffen werden, die Armut abnimmt, sogar Arbeit für Saisonniers aus ärmeren Regionen geschaffen wurde.

  • Zur Verbesserung der Lebensverhältnisse sind Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung und Schutz der natürlichen Ressourcen gemeinsam anzugehen. Technologie ist nur ein Mittel. Gentechnik in den meisten Fällen nur eine ergänzende, zuweilen effizientere, selten eine alternative Technik.

  • Die in den Entwicklungsländern noch wachsende Bevölkerung hat einen Bedarf an Nahrungsmitteln, der in vielen Regionen schneller wächst als die Produktion.

  • Die Gentechnologie wird kurzfristig keine spektakulären Beiträge zur Sicherung der Welternährung leisten. Weil aber die natürlichen Ressourcen, vor allem Boden und Wasser, heute schon stark belastet und übernutzt sind, müssen alle Möglichkeiten zur nachhaltigen Produktivitätssteigerung und zur Ernährungssicherung unvoreingenommen geprüft werden.

3. "Die Entwicklungsländer und die Armen können sich die Gentechnologie-Produkte gar nie leisten"

  • Auch Bauern in den Entwicklungsländern sind bereit zu investieren, wenn es sich für sie lohnt.

  • Gentechnisch veränderte Produkte werden für ärmere Bauern mit schwierigen Anbaubedingungen interessant werden, wenn robustere und leistungsfähigere, ihren Verhältnissen angepasste Sorten verfügbar werden. Diese Sorten werden in den ärmeren Ländern meist noch von öffentlichen Programmen produziert. Gentechnik kann, muss aber nicht zu teurerem Saatgut führen.

  • In den letzten 30 Jahren ist die Nahrungsmittelproduktion in den Entwicklungsländern verdoppelt worden. Die Preise sind gleichzeitig auf weniger als die Hälfte reduziert worden. Die Agrarforschung hat einen entscheidenden Beitrag geleistet, dass die Nahrungsmittelpreise für die Ärmsten (die kein Land haben und mit einem Franken pro Tag auskommen müssen) günstiger geworden sind, dass es weniger Hungernde gibt und dass sich die Ärmsten mehr Nahrung leisten können.

4. "Die Bedürfnisse der Entwicklungsländer liegen auf ganz anderen Gebieten"
"Vertreter des Südens wehren sich gegen den Einsatz der Gentechnologie"

  • Vor einigen Jahren haben sich Landwirtschaftsverantwortliche in Lateinamerika zusammengesetzt, um zu beraten, wie sie besser zusammen arbeiten können, welche Aufgaben sie gemeinsam angehen wollen und welches die Prioritäten eines gemeinsamen Arbeitsprogrammes sein sollen. Auf die erste Priorität der erarbeiteten Liste wurde Biotechnologie gesetzt.

  • Was Entscheidungsträger im Süden bezüglich Biotechnologie für einen Bedarf haben, zeigte sich auch in der Auswertung von Policy Seminaren des von der DEZA unterstützten IBS (ISNAR Biotechnology Service). Diese hielt die Prioritäten von Entscheidungsträgern im Süden für weitere Arbeiten in diesem Bereich fest: Biologische Sicherheit (19 Nennungen), Sozioökonomische Abklärungen (19), Integration (Forschung & Entwicklung) (11), Bezug zu Endnutzern (10), Policy Entwicklung/Koordination (9), Technology Transfer Systeme (8), Geistiges Eigentum (8), Biodiversität (7), Öffentlichkeitsarbeit (5). Diese Prioritäten verdeutlichen das Interesse an sozioökonomischen Aspekten der Biotechnologie und an der Arbeit mit diesen Technologien.

  • Bei Gesprächen mit Vertretern von Bauernorganisationen, Beratern und Forschern aus Entwicklungsländern wird immer wieder deutlich, dass diese Leute Alternativen suchen, selber über Optionen entscheiden möchten. Sie wollen auch vermehrt Zugang zum Markt und zu neuen und sicheren Methoden. Weil Pflanzenschutzmittel oft zu teuer oder nicht zugänglich sind, interessieren sich die Bauern in Entwicklungsländern für Sorten, die sich vor Schädlingen schützen, und für solche, die unter schwierigen Bedingungen gedeihen.

5. "Anstatt Biotechnologie brauchen wir Biodiversität"

  • Am Umweltgipfel in Rio waren es insbesondere die Vertreter der Entwicklungsländer, die in Ergän-zung und als Ausgleich zum Naturschutz die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und einen besseren Zugang zu neueren Technologien forderten.

  • In der in Rio verabschiedeten Agenda 21 handelt das Kapitel 16 ausschliesslich von der Biotech-nologie. Gemäss Agenda 21 soll Biotechnologie eingesetzt werden für:

    • Ernährungssicherung: Steigerung von Ertrag, Nährwert und Haltbarkeit von Nahrungs- und
      Genussmitteln
    • Umweltschutz: Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Kulturpflanzen gegen Krankheiten
      und Schädlinge, Verbesserung der Nährstoffaufnahme durch Pflanzen
    • menschliche Gesundheit
  • Ohne grüne Revolution wäre in Indien noch mehr Wald abgeholzt worden. Ohne eine intensivere und nachhaltigere Nutzung des bestehenden Ackerlandes und Waldes, des knapper werdenden Wassers und der biologischen Vielfalt, werden die Ärmsten noch mehr marginales Land, Wälder und steile Hänge beackern, den letzten Wald roden.

  • Wenn Gentechnologie nur für die rentabelsten Kulturen und Märkte eingesetzt wird, dann führt sie zu einer weiteren Abnahme der Lebensvielfalt. Wenn sie gezielt auch für benachteiligte Kulturen und zur Verbesserung bedrohter Kulturen und Sorten eingesetzt werden kann, dann kann sie einen bescheidenen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten.

  • Kommen die heutigen und künftigen Entwicklungen der pflanzlichen Gentechnologie auch den Nutzpflanzen der Drittweltstaaten zugute, bedeutet dies für viele traditionelle und wertvolle Sorten einen gewissen Schutz vor Verdrängung. Ältere, schützenswerte Sorten – z.B. traditionelle Kartoffelsorten in den Anden – können auf diese Weise kokurrenzfähiger gemacht bzw. erhalten werden.

6. "Gentechnik dient nur dem Agrobusiness, die Benachteiligten sind ärmere BäuerInnen und die Entwicklungsländer"

  • Von den gesamten Investitionen in die Agrobiotechnologie (1997 2.5 Mia $) wurden Ende der neunziger Jahre nur etwa 3 Prozent (gegen 30 Mio $) in den Entwicklungsländern getätigt. Deshalb ist es entscheidend, dass der Zugang der Entwicklungsländer zu neuen Technologien verbessert wird und der Transfer von Technologien und Know-how gefördert wird. Das heisst, dass in diesem Bereich die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern verstärkt wird, u.a. durch Zusammen­arbeit und Partnerschaften mit den Hochschulen und mit dem privaten Sektor.

  • Damit nicht nur in die Industrieländer und in die vielversprechendsten Märkte investiert wird, muss die öffentliche, entwicklungsorientierte Forschung, die Forschung in den public goods (u.a. in den internationalen Agrarforschungszentren und an der ETH) verstärkt werden. Sie kann an öffentlichen Interessen, an Themen arbeiten, die in schwierigen Anbaugebieten und für wenig zahlungskräftige Kunden wichtig sind, an Themen, die für die Privatwirtschaft keine attraktive Investition sind.

  • Der private Sektor muss dort arbeiten, wo er Gewinne erzielt, also nicht an Kulturen wie dem Maniok. Es hängt von den Investitionen in der öffentlichen Agrarforschung und in den öffentlichen Gütern ab, in welchem Masse nicht direkt Gewinn orientierte, sondern entwicklungspolitisch ausgerichtete Forschung realisiert werden kann.

7. "Mit der Patentierung werden die Bauern völlig abhängig vom Agrobusiness"

  • Gemäss dem GATT resp. WTO-TRIPS Übereinkommen sind die WTO-Mitglieder gehalten, ein effizientes System zum Schutz des geistigen Eigentums einzuführen. Optionen sind Patentierung oder ein System eigener Art (ein “sui generis” System, wie beispielsweise der Sortenschutz).

  • In der Biodiversitätskonvention ist der bessere Schutz des geistigen Eigentums bei Organismen, und damit auch die Option der Patentierung vorgesehen worden.

  • Die zentrale Frage im Zusammenhang mit der Patentierung ist nicht mehr "Patente ja oder nein". Es ist die Auseinandersetzung, ob nur echte Erfindungen oder ob auch eigentliche Entdeckungen oder Beschreibungen patentiert werden können.

  • Im Hinblick auf Abhängigkeiten und Machtkonzentration ist die Patentierung von grundlegenden biologischen Prozessen, die in verschiedensten Forschungen, Entwicklungen und Produktionen in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein werden, gefährlicher als die Patentierung von Pflanzensorten.

8. "Weshalb nicht den Biolandbau statt die Gentechnologie fördern? Investitionen in die Gentechnik gehen zulasten des Biolandbaus"

  • Der biologische Landbau soll auch in den Entwicklungsländern gefördert werden.

  • Für die ärmeren Länder und Bevölkerungsgruppen gibt es ein Produktions- und Produkti­vitätsproblem, das mit dem Biolandbau allein nicht gelöst werden kann. Neben der Qualität ist für sie die Menge und der Preis der produzierten Nahrungsmittel von grösster Bedeutung. Für die Milliarde Menschen, die täglich mit weniger als zwei Franken auskommen müssen, ist die Quantität und der Preis der Nahrungsmittel entscheidend. Für diese Menschen geht es darum, überhaupt etwas zu essen zu haben und für wenig Geld möglichst genug günstige Nahrung kaufen zu können. Günstiger können die Maispreise sein, wenn der gepflanzte Mais - auch dank Biotechnologie - toleranter ist gegen Trockenheit und Schädlinge.

  • Je ärmer Menschen sind, desto mehr sind sie leider gezwungen, den Preis höher als die Qualität zu gewichten, Quantität vor Qualität zu setzen. Gentechnologie sollte längerfristig günstige und qualitativ ebenbürtige Nahrungsmittel ermöglichen.

  • In der Dritten Welt lebt bald die Hälfte der Bevölkerung in den Städten. Die lokalen Bauern müssen folglich für immer mehr Menschen Nahrungsmittel produzieren. Weil die ärmeren Menschen bis drei Viertel des Einkommens für die (oft unzureichende) Ernährung ausgeben, müssen die Nahrungsmittel möglichst in den Entwicklungsländern, möglichst preisgünstig und umweltschonend produziert werden. Auf abnehmendem Ackerland und mit weniger Wasser. Es sind nicht die kleinsten Bäuerinnen, die die Nahrung für die Armen in den Städten produzieren.

Was macht die DEZA in diesem Bereich?

1. Gibt es für die DEZA einen Orientierungsrahmen für den Einsatz der Gentechnologie?

  • Die DEZA orientiert sich an der Agenda 21, nach der Biotechnologie eingesetzt werden soll, um Erträge und Nährwert von Nahrungsmitteln und Futter zu verbessern, zur Krankheits- und Schädlingskontrolle, zur Verbesserung der Nährstoffaufnahme von Pflanzen und zur Erhöhung des Wertes der Nebenprodukte von industriellen Rohstoffen.

  • Sie engagiert sich für die Umsetzung der Biodiversitätskonvention, worin sich die Schweiz verpflichtet hat, Entwicklungsländern den Zugang zu Technologie zu verbessern. Voraussetzung dazu ist auch die Stärkung lokaler Kapazitäten, nicht nur Wissenstransfer, vermehrte Zusammenarbeit in Schlüssel-Technologien. Entwicklungsländer sollen in der Forschungsplanung, bei der Verbindung von Forschung und Entwicklung und bei der Wahl angepasster Sicherheits- und Eigentumsregelungen unterstützt werden.

  • Die DEZA erachtet den erleichterten Technologietransfer zugunsten der Entwicklungsländer als partiellen Ausgleich für deren Leistungen bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt von Flora und Fauna, so wie dies in der Biodiversitätskonvention vereinbart wurde.

  • Die DEZA richtet sich in der Arbeit in Entwicklungsländern auch nach der Gesetzgebung der Partnerländer. Dort wo keine genügende Gesetzgebung vorhanden ist, werden internationale Grundsätze angewandt.

  • In Fragen des Zugangs zu pflanzengenetischen Ressourcen ist das "International Undertaking on Plant Genetic Resources“ der FAO massgebend.

  • Für den Transfer und die Handhabung von GMOs, die negative Auswirkungen haben könnten, ist das Protokoll von Cartagena wegweisend.

2. Hat die DEZA Grundsätze, nach denen sie in diesem Bereich arbeitet?

  • Die DEZA orientiert sich an Gesetz und Leitbild. Technologiewahl hat den übergeordneten Zielen der Armutsbekämpfung, der Eigenständigkeit der Entwicklungsländer und der nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen zu folgen.

  • Die DEZA sieht die Gentechnologie als einen Teil der Biotechnologie. Chancen und Risiken dieser Technologien liegen oft nahe beisammen. Ob Biotechnologie einen substanziellen Beitrag zur Ernährungssicherung, zur Armutsbekämpfung und zum Ressourcenschutz in den Entwicklungsländern leisten kann, hängt weitgehend von den politischen Rahmenbedingungen ab, von der Kapazität der öffentlichen Agrarforschung, ihrer Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor und von der Art und Weise, wie die Technologie eingesetzt wird.

  • Die DEZA beurteilt den Einsatz von Gentechnologie aufgrund einer ganzheitlichen Güterabwägung: Dabei müssen nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Gesichtspunkte, Chancen und Risiken berücksichtigt und abgeschätzt werden. Es ist entscheidend, wie, wo, wann und durch wen gentechnische Innovationen zum Einsatz gelangen und wer zur neuen Technologie überhaupt Zugang hat. Zum Beispiel, wer bei einer Anwendung welchen Nutzen hat und wer welches Risiko trägt. Ein ebenfalls zu berücksichtigendes Risiko besteht darin, dass Gentechnik für die Ernährungs­sicherung im Süden nicht genügend genutzt wird.

  • Gemäss Güterabwägung muss eine positive Problemlösungsbilanz aufgezeigt werden können, Allgemeinwohl geht vor Einzelinteressen. Gewisse Risiken können verantwortet werden, wenn der Nutzen für die Allgemeinheit überwiegt.

3. Welches sind die Stossrichtungen der DEZA im Zusammenhang mit der Gentechnologie?

  • Der Beitrag der DEZA soll helfen, das Potenzial der Gentechnologie für die Entwicklungsländer zu nutzen und insbesondere die sozioökonomischen und ökologischen Risiken zu reduzieren. Wegleitend ist eine ganzheitliche Güterabwägung, in der öffentliche Interessen vor privatem Nutzen gestellt werden. Beim Risiko sollen Risiken der Anwendung und Risiken der Nicht-Anwendung einer Technologie, Technologie gebundene und Technologie übergreifende Risiken berücksichtigt werden.

  • Der Hauptakzent liegt auf der Policyarbeit. Dazu gehört der Zugang der Entwicklungsländer zu Technologie. Aber auch der Zugang von Industrie und Entwicklungsländern zu genetischen Ressourcen. Verbunden mit den Eigentumsregelungen sind die Fragen der gerechten Verteilung von Nutzen (benefit sharing bei der Verwendung traditioneller Pflanzen in neuen geschützten Produkten). Zentral sind “Ethics and Equity” Betrachtungen. Sie führen zu einer ausgewogenen Ausgestaltung der Eigentumsrechte bei Erfindungen und bei traditionellen Eigentumsrechten (der die genetischen Ressourcen erhaltenden traditionellen bäuerlichen Bevölkerung).

  • Das DEZA Biotechnologie Programm hatte bisher drei Schwerpunkte:

    • Policy Arbeiten

    • Stärkung der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Entwicklungsländern (u.a auch Stärkung der Kapazität der Entwicklungsländer in der Programmentwicklung, in der Forschung und den Verbindungen von Forschung und Entwicklung)

    • Unterstützung nationaler und internationaler Forschung (insbesondere Süd-Süd, Nord-Süd, West-Ost Forschungs­partnerschaften, Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten in der Schweiz und mit dem privaten Sektor)

4. Wie stellt sich die DEZA zu den Risiken und zur Ethik?

  • Die Risiken müssen in einer ganzheitlichen Risikoabwägung überprüft werden. Dabei sind technikimmanente Risiken (Verbreitung gefährlicher genetischer Eigenschaften, Verbindung mit der Patentierung, Verengung der Biodiversität, Zugang zu den genetischen Ressourcen) und techniktranszendente Risiken (Verschärfung N-S Gefälle, Verschlechterung der Einkommens- und Vermögensverteilung, Substitution tropischer Produkte, Technologieverkauf statt Selbsthilfe) zu berücksichtigen.

  • Bezüglich Ethik halten wir uns an den Sozialethiker Prof. Hans Halter: “Das ethische Problem liegt nicht in erster Linie darin, dass die Biotechnologie für die Entwicklungsländer durch zuviel Anwendung zur Bedrohung wird, sondern darin, dass das Potenzial der Biotechnologie den Entwicklungsländern gar nicht oder zu wenig effizient zukommt”. Auch Nicht-Einsatz beinhaltet Risiken, die in die Risiko- respektive Güterabwägung einbezogen werden müssen.

  • Der Ethiker Prof. Hans-Peter Schreiber hat sich intensiv mit Risiken der Gentechnik befasst. Er kam vor einigen Jahren zum Schluss, dass es Risiken und Unsicherheiten bei gentechnisch hergestellten Pflanzen gibt, aber keine gentechnisch spezifischen Risiken und Unsicherheiten.

  • Das Risiko des Gensmogs, der ungewollten Verbreitung von genetischen Eigenschaften, sollte u.a. in Bezug gesetzt werden zur massiven weltweiten Verbreitung von menschlichen, pflanzlichen und tierischen Krankheiten und von Pflanzen überhaupt. Und zum Risiko, zu einem der neunzehntausend Kinder zu gehören, die täglich wegen Unterernährung und Fehlernährung sterben.

  • Werden gentechnische Züchtungserfolge nur für einzelne, für Saatgut-Firmen interessante Nutzpflanzen und Sorten von Soja, Kartoffeln, Baumwolle oder Mais verwendet, geraten ältere und regionale Pflanzen oder Sorten unter Druck. Sie werden weniger konkurrenzfähig. Kommen die heutigen und künftigen Entwicklungen der pflanzlichen Gentechnologie dagegen auch den Nutzpflanzen der Drittweltstaaten zugute, bedeutet dies für viele traditionelle und wertvolle Sorten einen gewissen Schutz vor Verdrängung. Ältere, schützenswerte Sorten - zum Beispiel traditionelle Kartoffelsorten in den Anden - können auf diese Weise vor der Verdrängung durch moderne «Hochleistungssorten» geschützt werden. Vorausgesetzt, sie werden auch robuster und leistungsfähiger, damit sie auch auf dem Markt bestehen können.

 


2. Stärkung des Biotechnologietransfers: essenzielle, neue Paradigmen für die Zukunft

Prof. Dr. Anatole F. Krattiger, Präsident bioDevelopments-International Institute; Direktor SWIFTT (Strategic World Initiative for Technology Transfer), Cornell University, Ithaca, NY ,USA

Technologietransfer war lange Zeit etwas Lineares: Dementsprechend findet internationaler Technologietransfer dann statt, wenn eine vorhandene Produktionstechnik von einem Ort zum anderen verschoben wird. Der Transfer kann ausgehend von einem Forschungsinstitut zu einer anderen Einheit in einem anderen Land stattfinden oder von einer Produktionsstätte zur anderen. Er beinhaltet die folgenden Schritte: Entdeckung, Entwicklung, Evaluation, Akquisition, Adaptation und Implementierung. In der Praxis ist der Transfer häufig verbunden mit der Absicht, Beziehungen zu knüpfen. Im Kontext der Biotechnologie (medizinisch und agronomisch) ist der Hauptgrund, warum Technologien nicht zu den Ärmsten transferiert werden, nicht das fehlende Bedürfnis, sondern das Fehlen von Kapazitäten, gesetzlichen Grundlagen und Verteilmechanismen.

Dieses relativ lineare Modell des Technologietransfers hat sich mit dem Aufkommen der Biotechnologie radikal verändert. Diese läuft interaktiv zwischen Downstream- und Upstream-Akteuren ab und ist verwoben mit öffentlichen und privaten Mitspielern, was mit verschiedenen zusätzlichen Schichten von Einschränkungen und Herausforderungen verbunden ist. Speziell in der Biotechnologie laufen Transfers innerhalb oder zwischen öffentlichen/privaten Netzwerken. Jene, die ausserhalb des Netzwerkes sind, haben Schwierigkeiten hineinzugelangen, nicht zuletzt wegen der hohen Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem Management von geistigem Eigentum. In einer Zeit, in welcher das Land mit der grössten Wirtschaft (USA) $90 Mrd. in öffentliche Institutionen mit Grundlagenforschung sowie angewandter Forschung und Entwicklung investiert, werden die meisten Forschungs-Outputs durch Patentansprüche geschützt und an Unternehmen lizenziert. Somit ist der Grossteil dieser Forschungsresultate in ein Netz aus Besitzrechten auf geistiges Eigentum verwickelt und kann nicht mehr so einfach transferiert werden. Ein Teil dieses Systemwechsels ergab sich aus der Komplexität, den Kosten der Technologie und den damit verbundenen gesetzlichen Rahmenbedingungen, aus der Allgegenwärtigkeit von Patentrechten, aus der sich daraus ergebenden Rolle des öffentlichen und privaten Sektors; und aus einer neuen Denkweise, die sich aus dem Frühstadium der letzten Globalisierungsphase entwickelte.

In der internationalen Entwicklung ist der Technologietransfer weiter verworren durch eine Reihe von Kräften, welche die Globalisierung freigesetzt hat. Der liberale, ökonomische Fundamentalismus der 1980er und frühen 1990er Jahre – obwohl nicht mehr in Mode – hat eine Serie von neuen Akteuren hervorgebracht und etablierte Akteure gezwungen, neue Rollen anzunehmen. So wurde z.B. der private Sektor zu einer wichtigen Säule in der Entwicklungspolitik, in welcher NGO's und die Zivilbevölkerung eine zunehmend komplexere Serie von Verantwortungen übernahmen, nicht zuletzt auch bei der Verbreitung von Technologien. Am meisten aber wurden bestehende Institutionen geschwächt, die in der Vergangenheit negative Auswirkungen von Veränderungen aufzufangen vermochten.

Gleichzeitig mit dieser Veränderung – vielleicht selbst genährt durch ein neu entstehendes globalisiertes "Bewusstsein" – wird die Erarbeitung politischer Strategien zunehmend reaktiv statt proaktiv. Bilaterale Politik basiert in mancherlei Hinsicht immer noch auf dem linearen Modell, in welchem Politiker und Berater streng nach Fachgebieten orientiert arbeiten. Entscheidend aber ist, dass die bilateralen Entwicklungsstrategien unweigerlich durch geopolitische Interessen und historisch bedingte, nationale und persönliche Beziehungen beeinflusst werden; eine Verschanzung, wie sie schon immer stattgefunden hat. Die Politik bevormundet die Entwicklungsländer häufig nach dem Motto: "Macht es wie wir es wollen, nicht so wie wir es machen". Multilaterale Institutionen leiden an den gleichen, wenn nicht sogar an einer noch grösseren Bandbreite von Problemen. Nicht zuletzt sind sie zutiefst unterfinanziert und in ihren Effekten dementsprechend eingeschränkt. Gleichermassen wichtig ist, dass ihre Prozesse der Richtlinienerarbeitung ziemlich oft ein heilloses Durcheinander darstellen. Die grössten multilateralen Finanzinstitutionen (Weltbank, International Monetary Fund, African Development Bank etc.) fördern ökonomische Reformen, was an sich gut ist. Die Programme sind jedoch selten bis nie begleitet von den nötigen Ressourcen, um die menschlichen Grundbedürfnisse der ärmsten Länder in den kritischen Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Energie zu decken.

Der technologische Wechsel ist das Produkt eines komplexen Systems von privaten, öffentlichen und akademischen Institutionen, und die Finanzierung erfolgt durch Märkte, Regierungen und Stiftungen. Aber welche technologischen Entwicklungen sind in den ärmsten Ländern anzustreben, um ihre spezifischen Bedürfnisse zu decken? Zum Beispiel Massnahmen gegen Malaria oder verbesserte Kulturpflanzen, die erhöhtem Salzgehalt, grosser Hitze oder Dürre trotzen können oder eine günstigere Nährstoffzusammensetzung aufweisen? Die Weltbank schätzt, dass sämtliche Beiträge und Kredite Ende der 1990er Jahre für Wissenschaft und Technologie an die armen Länder der Welt weniger als 3% der öffentlichen Beiträge der USA für Wissenschaft sowie Forschung und Entwicklung ausmachten. Kein Wunder also, dass der Fortschritt langsam ist. Die Unterstützung des Auslands durch die USA beträgt ungefähr $8 Mrd., was 0.12% des Bruttosozialproduktes entspricht. Von diesem viel zu niedrigen Betrag geht nur rund ein Sechstel zu den am wenigsten entwickelten Ländern (Mit anderen Worten: $5.50 pro Amerikaner wird ausgegeben für die am schwächsten entwickelten Länder der Welt. Und das in einem Land mit einem durchschnittlichen Einkommen von $30'000, wo Investoren über die letzten fünf Jahre in den Genuss von mehr als $1'000 Mrd. Kapitalgewinn gekommen sind, d.h. $200 Mrd. pro Jahr!). Rund 600 Mio. Menschen leben in den am wenigsten entwickelten Ländern. Die US-Hilfe an diese Länder beträgt $2.50 pro Amerikaner.

Viele Technologien wurden oder werden entwickelt, aber nur wenige finden den Weg dorthin, wo sie am meisten gebraucht werden: Die gesellschaftlichen Kosten für mangelnde Nutzung existierender Technologien sind riesig. Das trifft vielleicht am stärksten für die Biotechnologie zu. Anstatt die spezifischen Einschränkungen auf dem Mikro-Level zu nennen, welche den Biotechnologietransfer in die dritte Welt behindern, wird sich mein Vortrag auf eher systematische Einschränkungen konzentrieren.

Der Status quo dient weder der Linderung der verzweifelten Situation für die Hälfte der Weltbevölkerung, noch ist er sozialverträglich. Welche Optionen für neue Paradigmen in der Entwicklungshilfe gibt es also? Fünf Vorschläge, falls miteinander angewendet, könnten zu einem fundamentalen Wechsel und zu Resultaten führen, welche die ärmsten zwei bis drei Milliarden Menschen auf diesem Planeten dringend brauchen – und auch verdienen.

Erstens braucht es eine neue Führung mit einer Vision, denn wo eine Sicht limitiert ist, ist die Handlungsfähigkeit gleichermassen eingegrenzt. Als erstes ist es wichtig zu erkennen, dass die oben beschriebenen Veränderungen nicht per se neu sind. In der Vergangenheit haben signifikante Veränderungen stattgefunden, die gleichermassen traumatisch waren. Es waren andere Akteure und die Grössenordnung war verschieden, nicht zuletzt weil weniger Leute betroffen waren (nur eine Generation vorher zählte die Welt fast ein Drittel weniger Menschen). Ein Fallbeispiel, um die Führungslosigkeit der Entwicklungsgemeinde zu veranschaulichen, wäre das momentane Chaos in der CGIAR. Die CGIAR ist jedoch nicht allein betroffen, da andere globale Institutionen unter einem ähnlichen Schicksal leiden. Die eigentliche Herausforderung von heute ist die Mobilisierung von mehr Meinungen von vielen verschiedenen Seiten, als es bisher nötig gewesen ist, und das kann nur mit einer stärkeren Führung erreicht werden.

Zweitens müssen wir neue global gültige Prinzipien etablieren, um in der Entwicklungshilfe Grundsätze und Prioritäten festzulegen. Als die Weltbevölkerung zunehmend zusammenwuchs, wurde der Prozess erkannt und mit einem Namen versehen: Globalisierung. Als die Globalisierung voranschritt, zeigte sie sich als kraftvoll für einzelne Regionen, marginalisierte jedoch viele andere. Auch wenn sich der Lebensstandard für viele im Zuge der Globalisierung erhöhte, so leben doch mehr als eine Mrd. Menschen auf unserem Planeten in extremer Armut. Die Hälfte der sechs Mrd. Menschen auf der Erde leben von weniger als $2 pro Tag (Die Zahl der Menschen, die in Ländern oder Regionen leben mit weniger als $800 Pro-Kopf-Anteil am Bruttosozialprodukt beträgt 3.4 Mrd.; diese Regionen erhielten $1.10 als ausländische Unterstützung von den USA).

Verbunden mit neuen Entwicklungen stellt die Erarbeitung politischer Strategien den besseren Weg dar, um die globale ökonomische Entwicklung zu "managen". Ich bin kein Ökonom, weshalb dieser Aufruf nicht weiter ausgeführt wird. Das Fehlschlagen des ökonomischen Systems von heute kann am Beispiel Kaffee veranschaulicht werden: Während 25 Mio. Kaffeebauern in den vergangenen zehn Jahren ihren Lebensstandard auf einen Wert unter dem aus unserer Sicht Erträglichen sinken sahen, propagierte Nestlé vor ein paar Monaten seinen Shareholdern einen "Nettoreingewinn" aus dem Kaffeegeschäft von fetten 40% – Tendenz steigend! Vor der Globalisierung des späten 20. Jahrhunderts überlebte der Fitteste. Heute überlebt der Grösste, und zwar auf eine unmoralische Art und Weise. Viele der Demonstranten in Seattle und anderswo haben nämlich im Grunde recht: Die aktuelle Situation verdammt hunderte Millionen von Leuten zu unnötigem Leiden und Millionen zu frühzeitigem Tod. Und die globalen Institutionen tragen eine Mitschuld an diesem Desaster. Die Lösungen zu diesem Ungleichgewicht der weltweiten Macht finden sich indes nicht in den Strassen bei den Demonstranten, jedoch im verstärkten Dialog mit ihnen und dem Einbezug der Institutionen, welche internationale Entwicklung anführen und zu denen zwingend auch der private Sektor gehört. Letztlich fällt die Verantwortung direkt den führenden Shareholdern dieser Institutionen zu. Als Folge davon müssen die nationalen und globalen Zivilgesellschaften im Bestreben bestärkt werden, politische Forderungen zu stellen, welche in die von den reichen Nationen bestimmten Ziele der internationalen Entwicklungshilfe einfliessen. Der Fortschritt ist dann am grössten, wenn das gewöhnliche Volk politische, ökonomische und soziale Veränderungen fordert. Diese Veränderungen müssen auf die Entwicklungsländer ausgerichtet sein. Regierungen in Entwicklungsländern sind eher bereit, die Bedürfnisse der Gesellschaft zu priorisieren, wenn sie dazu aufgefordert werden. Regierungen werden handeln, wenn sie den Druck von ihrem Volk, von Handelsvereinigungen, Menschenrechtsorganisationen, Frauengruppen, Glaubensgemeinschaften, Berufsständen und Akademien spüren. Die Forschung zeigt, dass die besten Resultate erzielt werden, wenn die Hilfe auf die ärmsten Leute ausgerichtet ist, und zwar in Ländern, wo die Regierung gute Reformstrategien zur Überwindung der Armut aufweist. Hilfe von entwickelten Nationen muss Hand in Hand gehen mit einer guten Regierungspolitik.

Jenen Ländern, in welchen die Regierung relativ stabil ist und wo Institutionen beim Etablieren und Implementieren von Strategien stark waren, war es möglich, von der erhöhten Mobilität der Kapitalflüsse zu profitieren. Korruption und andere Formen von Misswirtschaft erschwerten die Entwicklung der ärmsten Regionen, und der private Sektor scheint nicht wirklich daran interessiert zu sein, in die nötigen Ressourcen zu investieren. Ein klares Set von Kriterien muss aufgestellt werden, um Hilfe zu bewirken und den privaten Sektor zu mobilisieren. Es sollte sich hier um einfache Kriterien handeln und nicht um Bedingungen, da Hilfsmittel sonst nicht nur verschwendet werden, sondern zudem korrupte Institutionen fördern. Es sind daher Initiativen notwendig, welche die Zivilbevölkerung in diesen Ländern stärken, damit die Veränderung von innen herauskommt. Ohne diesen Strategiewechsel wird nichts, was wir tun, nachhaltig sein.

Drittens brauchen wir einen verschärften Fokus auf die Entwicklung öffentlicher Güter und einen wachsenden Einfluss privater Technologien auf das öffentliche Wohl. In der Vergangenheit wurden Technologien auf zwei grundlegende Arten in Entwicklungsländer transferiert: direkter Transfer durch private Investitionen und indirekte Transfers via dazwischengeschalteten Institutionen, insbesondere aus dem öffentlichen Sektor. Diese Akteure stärkten die Forschungs- und Entwicklungs-Kapazität in Entwicklungsländern, etablierten gesetzliche Rahmenbedingungen und überliessen den Rest dem nationalen staatlichen Sektor sowie dem internationalen privaten Sektor. Heute verfolgen die existierenden Institutionen beide Ziele, d.h. sowohl die Erzeugung öffentlicher Güter wie auch eine stärkere Beteiligung des privaten Sektors. Speziell das CGIAR versucht, beide Ziele anzustreben, was jedoch leider dazu führt, dass weder das eine noch das andere Ziel so erreicht wird, wie es eigentlich möglich wäre. Es hätte reichlich Platz, um den privaten Sektor mittels Zurverfügungstellung von Technologien sehr viel stärker in die Erzeugung öffentlicher Güter zu involvieren.

Viertens braucht es dringend Strategien für eine stärkere Einbindung des privaten Sektors. Dies basiert auf der Prämisse, dass öffentliche Fonds ungenügend sind und andererseits der private Sektor über einen Wettbewerbsvorteil verfügt, um technologische Lösungen auf dem Gebiet der Biotechnologie zu transferieren. Die Firmenwelt hat den ungeheuren Vorteil, neue Technologien zu entwickeln und zu adaptieren, welche spezifisch auf die Bedürfnisse der Armen abgestimmt sind und wo die Technologien der reichen Länder nicht ausreichen. Technologische Entwicklungen wie Malaria-Impfungen oder Nahrungsmittel mit höherem Nährwert werden grosse Beiträge an wissenschaftliche Institutionen sowie neue Partnerschaften zwischen Firmen und Akademien benötigen, die durch innovative institutionelle Übereinkünfte angespornt werden. Die Idee, Forschung und Entwicklung in einigen dieser Gebiete durch Steuererleichterungen oder Absatzgarantien zu fördern (z.B. Malaria-Impfung, Weizen mit höherem Nährwert, Technologien zur Diversifizierung der Agrarexporte) wäre eine geeigneter Ansatz. Aber auch hier wirkt sich die Bequemlichkeit der reichen Länder – ideologisch geschützt – negativ auf die wirklichen Bedürfnisse der ärmsten Länder aus. Die Länder im südlichen Afrika sind heute genauso abhängig von Primärerzeugnissen wie vor 20 Jahren, wobei heute die Weltmarktpreise für diese Produkte sogar noch tiefer sind. In Wirklichkeit agierten die Entwicklungsinstitutionen in der Regel, als gäbe es keinen Bedarf für die Förderung der Diversifikation oder des Exportes von afrikanischen Endprodukten, und vertrauten stattdessen weiterhin auf die Förderung von Primärerzeugnissen.

Damit verbunden ist als gleichsam dringendes Ziel eine gesteigerte Investition in die ländliche Landwirtschaft, indem kleine Unternehmen speziell im Agrarmarkt gefördert werden. Eine solche Investitionsfirma für Entwicklung würde einen Business-Investment-Service für lokale Unternehmer, kleine Firmen und universitäre Forscher bereitstellen, um die Akquisition und den Transfer von Innovationen vom Labor auf den Markt zu erleichtern, der dabei den Fokus spezifischer auf die Integration von Technologien und Managment-Know-how von multinationalen Konzernen zu ärmeren ländlichen Gebieten richtet. Dies würde ebenfalls zu einer Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe und den direkten Auslandinvestitionen führen.

Fünftens dürfen wir uns weniger auf bereits existierende Institutionen verlassen und im Sinne einer Konkurrenz mehr tun mit neuen Institutionen, welche auf die neuen geopolitischen und technologischen Realitäten ausgerichtet sind. Daneben müssen existierende Institutionen restrukturiert werden. Wiederum könnte die CGIAR ein Modell sein dafür, indem alle 16 Zentren in eine Welt-Landwirtschafts-Organisation zusammengefasst würden, um ihr mehr Einfluss zu verleihen, um höhere Fördergelder für die Stärkung der Technologiebestrebungen der Ärmsten zu erhalten, sich effektiver an der Erarbeitung politischer Strategien zu beteiligen und Technologien des privaten Sektors für das öffentliche Wohl zu fördern. Gleichzeitig sollte, wie schon von Jeffrey Sachs vor zwei Jahren vorgeschlagen, die Weltbank aus dem Bankgeschäft aussteigen und zur Welt-Entwicklungs-Behörde werden mit einer ausschliesslichen Fokussierung auf die ärmsten Länder. Auch die FAO sollte vielleicht komplett restrukturiert werden, indem ein Drittel privatisiert wird, ein Drittel in andere UN-Organisationen übertragen wird und ein Drittel überhaupt wegfällt. Natürlich braucht die internationale Entwicklungshilfe mehr finanzielle Mittel, viel mehr. Gleichzeitig aber muss das Problem der Ineffizienz beseitigt werden.

Es sind dies gewagte Vorschläge mit der Absicht, den Status quo herauszufordern und Grenzen zu verschieben. All das braucht Verfeinerung sowie eventuell auch Anpassungen, um die politischen Realitäten mitzuberücksichtigen. Der Druck aber muss von ausserhalb des Establishments kommen, weil zu viele verschiedenartige, bestehende Interessen aufeinandertreffen. Nehmen wir als Beispiel die landwirtschaftlichen Subventionen: Die Aussichten auf Veränderungen kommen letzlich auf, weil die globale Wahrnehmung zu einer globalen Handlungsaufforderung geführt hat. Der Druck aus den Entwicklungsländern auf die westlichen Industrienationen, ihre Landwirtschaftssubventionen zu reduzieren oder gar abzuschaffen, wächst.

Das Entkommen aus der Armut lastet auf vielen Säulen, nicht nur auf der von Handel und Wirtschaft oder auf jener des Technologietransfers. Die vielleicht kritischste Hürde ist, eine Bevölkerung zu haben, die genügend gesund und gebildet ist, um am lokalen, nationalen und globalen Markt teilzunehmen. Viele der ärmsten Orte auf der Welt sind zu krank und es fehlt ihnen an genügend Bildung, um es schaffen zu können. Die Lebenserwartung ist momentan in weiten Teilen Afrikas stark rückgängig, nicht zuletzt wegen der dortigen AIDS-Epidemie. Diesen ärmsten Ländern fehlt es komplett an Ressourcen, um sich selber aus ihrer unentwirrbaren Situation zu befreien, nicht zuletzt erdrückt von Schulden gegenüber ausländischen Kreditoren. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von $600, sogar bei Budgetauslagen für die öffentliche Gesundheit von fünf Prozent des Bruttosozialproduktes – mehr als diese Länder aufbringen können – wären es nicht mehr als $30 pro Person und Jahr. Eine Summe, die eindeutig zu niedrig ist, um die grundlegendsten gesundheitlichen Bedürfnisse zu decken. Auf diese Bereiche sollte die neue Entwicklungsagenda ihr Augenmerk richten. Ein beachtlicher Teil der Gesundheitsausgaben kann mittels Landwirtschaft wettgemacht werden, weil gute Ernährung und Getreide mit erhöhtem Nährwert – woran es den ärmsten Ländern wirklich mangelt – auch die Basis bilden für Gesundheit, die später im Leben durch keine andere Massnahme behoben werden kann.

Die Chance, dass alle diese Veränderungen stattfinden, ist nicht so gross. Vielleicht muss die Notlage der Armen dieser Welt noch prekärer werden – und das globale Chaos noch grösser – damit die nötige Aufmerksamkeit in der entwickelten Welt geweckt wird und die Motivation für Handlungen erwacht. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Menschen immer wieder bemerkenswerte Veränderungen bewirken können, wenn genug emotionaler Antrieb und Motivation vorhanden sind.


3. Erfahrungen einer Forschungszusammenarbeit mit Indien

Dr. Katharina Jenny, Institut für Biotechnologie, ETH Hönggerberg, Zürich

Das Biotechnologie-Programm «Indo-Swiss Collaboration in Biotechnology (ISCB)» wurde zu Beginn der achtziger Jahre mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen indischen und schweizerischen Forschungsinstituten in verschiedenen Bereichen der Biotechnologie zu fördern. Die Kosten des Programms werden gemäss eines bilateralen Abkommens von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Bern und vom Department of Biotechnology (DBT) in New Delhi getragen.

Seit seiner Gründung hat das ISCB-Programm verschiedenene Phasen bezüglich Ausrichtung und Durchführung durchlaufen. Dabei wurde stets den veränderten politischen und wirtschaftlichen Umständen in Indien, aber auch in anderen Ländern genügend Rechnung getragen.

Während den ersten Phasen des ISCB-Programms stand noch deutlich die Förderung indischer Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Vordergrund. Dagegen ist der Aufbau solider Forschungspartnerschaften und -kapazitäten mit hoher wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Relevanz das Oberziel der jetztigen Zusammenarbeit (ab Oktober 1999). Im Brennpunkt steht die Entwicklung von Technologien, welche die Produktion von Weizen und Hülsenfrüchten in Indien verbessern sollen, ohne dabei die Umwelt zu beeinträchtigen. Die erwarteten Resultate bilden die Grundlage für Saatgut mit erhöhter Widerstandskraft gegen biotische Faktoren und mit besserem Ertrags- und Qualitätspotenzial sowie für Biodünger und -pestizide. Im Umweltbereich steht die Produktion von Biosensoren zur Pestizidanalyse und die Entwicklung einer Technologie zur Reinigung pestizidverunreinigter Böden mit Hilfe von Mikroorganismen (Bioremediation) im Vordergrund. Ebenfalls ins Programm einbezogen werden sektorenübergreifende Aspekte, wie zum Beispiel Sicherheit und Ethik in der Biotechnologie, Technologieabschätzungen und Aufklärungsarbeit. Damit soll die Biotechnologie konkrete und nachhaltige Beiträge für die Ernährungssicherung und den Ressourcenschutz in Indien liefern.

Zurzeit unterstützt das ISCB-Programm vertraglich festgelegte Projekte mit 28 indischen und 19 schweizerischen Forschungslabors. Die meisten Projekte stehen im dritten Jahr der Zusammenarbeit.

Im vorliegenden Referat werden Hintergrund, Entstehungsphase und gegenwärtiger Stand des ISCB-Programmes aufgezeichnet und die verschiedenen Forschungsprojekte kurz dargestellt. Die Festlegung von Planungs-Prämissen basierend auf den Erfahrungen vergangener Zusammenarbeiten und das Durchführen einer Bedürfnisabklärung zur Abschätzung möglicher Themenschwerpunkte und Identifizierung von Partnern waren wichtige Schritte, die dem eigentlichen "Matching" und der Projektselektion vorausgingen. Gemeinsame Zielvorstellungen und klare Abmachungen bilden sicher die Basis einer guten Zusammenarbeit. Was es dazu braucht (z.B. schriftliche Vereinbarungen) und wie man dazu kommt (z.B. Planungsworkshops, Konsensfindung, Kommunikationskonzepte) wird im Weiteren erörtert.

Konfliktsituationen lassen sich nie vollständig ausschliessen, aber doch drastisch vermindern, wenn von Anfang transparent kommuniziert und nach klaren Regeln gearbeitet wird. Viele dieser Punkte werden von den gegenwärtigen Projektverträgen abgedeckt, darunter fällt auch die Handhabung der Forschungsresultate und deren Besitzregelung.

Nicht nur die Gesamtführung des Programmes und dessen Finanzen, sondern auch die interne Evaluation der Projekte, deren Weiterentwicklung und die Vernetzung der Aktivitäten nach innen und aussen fallen dabei unter die Rolle der Programmleitung. Instrumente, die sich als sinnvoll zur Förderung der Partnerschaften und der Implementierung der Projekte erwiesen haben, werden anhand von ein bis zwei Fallbeispielen erklärt (z.B. Netzwerk zur Verbesserung der Hülsenfrüchteproduktion in Indien; Mykoinsektizide – eine Alternative zur Bekämpfung des Kichererbsenschädlings Helicoverpa armigera). Entwicklungsrelevante Aspekte werden dabei direkt an den vorgestellten Beispielen aufgezeigt.

Abschliessend werden die Stärken und die Schwächen des Programmes kurz erörtert und mit anderen ähnlichen Projekten verglichen. Wie stark beeinflussen interkulturelle Aspekte den Erfolg eines solchen Unternehmens? Was liesse sich optimieren, wenn zum Beispiel mehr Finanzen vorhanden und zusätzliche oder andere Partner mitmachen würden? Wo liegt zurzeit das grösste Erfolgs- oder Konfliktpotenzial? Was bringt die Zukunft und inwiefern ist es uns gelungen bzw. wird es uns gelingen, unseren Anforderungen gerecht zu werden, einen relevanten Forschungsbeitrag mit nachhaltiger Auswirkung zu leisten?


4. Biotechnologie in Entwicklungsprojekten aus Sicht eines Hilfswerks

Prof. Dr. Christoph Stückelberger, «Brot für alle», Bern und Universität Basel

Thesenförmige Zusammenfassung

  1. Die von «Brot für alle» unterstützten Entwicklungsprojekte im Landwirtschaftsbereich (insbesondere Südostasien, Indien, Westafrika, südliches Afrika, Brasilien) sind fast alle auf den Ansatz der biologischen (z.T. integrierten) Produktion ausgerichtet.

  2. Die Projekte verfolgen als oberstes Ziel die Nahrungsmittelsicherheit.

  3. Biolandbau erbringt in diesen Projekten bei Gemischtkulturen (z.B. Reis, Gemüse, Fisch, Obstbäume, Nutzholz) quantitativ und finanziell gleiche oder bessere Ernteerträge (oder Kalorien pro Flächeineinheit) als Monokulturen oder Landbau mit ertragsreichen, bio- oder gentechnisch veränderten Sorten.

  4. Nahrungsmittelsicherheit wird dabei durch integrierte Projekte zu erreichen versucht, in denen Landbauausbildung mit Gesundheitsberatung, Ernährungsberatung und Gemeinschaftsbildung verbunden wird.

  5. Biolandbau ist bei armen, d.h. kapitalschwachen Bevölkerungskreisen oft auch finanziell die einzige Möglichkeit, da sie Kapital für Düngemittel oder ertragsreicheres Saatgut schlicht nicht zur Verfügung haben.

  6. Die Debatte um Biotechnologie bei den Projektpartnern ist ebenso kontrovers wie in der Schweiz. Bezüglich Gentechnologie überwiegen die kritischen Stimmen (Beispiele: Erfahrung anlässlich eigener Gastvorlesungen in Entwicklungsländern; die polarisierte Situation an einer biologischen Fakultät einer Universität in Indonesien).

  7. Die entwicklungsethische Beurteilung der Chancen und Risiken der Biotechnologie in der Entwicklungszusammenarbeit ist an zehn ethischen Kriterien zu messen (siehe Referat).

  8. Sofern die Biotechnologie gemessen an den zehn Kriterien einen klar nachweisbaren und mit andern Mitteln nicht erreichbaren Beitrag zur Ernährungssicherheit leistet, ist sie zu befürworten. Die Ernährungssicherheit kann aber nicht primär mit technologischen, sondern muss mit politischen, sozialen, ökonomischen, religiösen und erzieherischen Massnahmen erreicht werden (Ernährungsgewohnheiten sind ganzheitliche psychosoziale Prozesse).


5. Zu den Referenten

Paul A. Egger, Leiter Sektion Asien II, DEZA, Bern

Swiss Development Cooperation
Asia II Division
Freiburgstrasse 130
CH-3003 Bern
Phone: +41 31 322 34 46
Fax: +41 31 325 93 57
Email: paul.egger@deza.admin.ch
Web: www.deza.admin.ch

Training
1971 Agronomist, Dipl. Ing. Agr. ETHZ, Swiss Federal Institute of Technology (equals M.Sc.)
1971 Diploma in teaching
1972 Interdisciplinary Post Graduate Course on Developing Studies, ETHZ

Professional Positions
Present Head Asia II Division, Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC)
1986 - 00 Head Agricultural Division (SDC)
1983 – 85 Agricultural Advisor SDC (in addition to work in Latin America Division)
1982 - 85 Latin America Division SDC, In Charge of agricultural projects and country program Peru
1979 - 81 Project Leader, National Potato Program, Bolivia
1977 - 78 Country Research Scientist CIP (International Potato Center) in Nepal
1973 - 76 Agricultural Advisor Integrated Hill Development Project (IHDP), Nepal

Other Responsibilities
1997 - 99 Member Steering Committee, Global Forum for Agricultural Research (GFAR)
1996 - 00 Chairman, European Initiative for Agricultural Research for Development (EIARD)
1993 - 96 Chairman, Oversight Committee, Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR)
1993 - 00 Member Board, Centre for International Agriculture (ZIL), ETHZ, Zurich
1993 - 97 President, Advisory Committee International Agriculture, College of Agriculture, SIL Zollikofen, Switzerland
1994 - 99 Member Board of Directors, Consortium for Agroecological Development of the Andean Ecoregion (CONDESAN), Lima
1992 - 99 Member Steering Committee and Executive Committee, Intermediate Biotechnology Service (IBS), ISNAR, The Hague
1990 - 00 Member Advisory Committee, Institute for Crop Science, ETHZ
1989 - 93 Member Board of Trustees, International Livestock Centre for Africa (ILCA), Addis Ababa
1988 - 91 Member Kuratorium, AGRECOL, Agroecology Network of the Foundation for Appropriate Technology and Social Ecology, Langenbruck, Switzerland
1988 - 91 President, Committee for International Agriculture, Swiss Association of Agricultural- and Food Science Engineers.
1986 – 87 Member of Advancement of Rural Extension (AREX)
1982 - 92 Lecturer, Swiss College of Agriculture (SIL), Zollikofen, Switzerland

Publications (selection)

  • Egger P., Gurung et al, Causes and impact of migration, CEDA Nepal, 1972
  • Egger P., Experiences and constraints in promoting fodder production in Nepal; HMG, Nepal, 1976
  • Egger P., The role of technology in the improvement of potato production in Nepal, CPRI, Jullunder 1978
  • Egger P., Adaptation of the agricultural research system to hill farming in Nepal, in Hill Agriculture, HMG, Nepal 1978
  • Egger P (ed.) La produccion de semilla de papa, IBTA, La Paz, 1981
  • Egger P., Pflanzenschutz im Dienste der Ernährungssicherung, SANW, Freiburg, 1989
  • Benz, Jürg, Egger Paul, Geistiges Eigentum und genetische Ressourcen bei Grundnahrungsmitteln aus einer entwicklungspolitischen Perspective, Jahrbuch IUED, 1998

Anatole F. Krattiger, Präsident bioDevelopments-International Institute; Direktor SWIFTT (Strategic World Initiative for Technology Transfer), Cornell University, Ithaca, NY, USA

bioDevelopments - International Institute
Cornell Business and Technology Park
PO Box 4235
Ithaca, NY 14852, USA
Phone: +1 607 532 4413
Fax: +1 212 504 8287
Email: anatole@biodevelopments.org
Web: www.biodevelopments.org

swiftt (Strategic World Initiative for Technology Transfer)
Cornell University
33 Thornwood Drive, c/o Suite 300
Ithaca NY 14850, USA
Phone: +1 607 254 6100
Fax: +1 607 254 4635
Email: afk3@cornell.edu
Web: www.switft.cornell.edu

Anatole Krattiger is Adjunct Professor and Director of swiftt, the Strategic World Initiative for Technology Transfer at Cornell University’s College of Agriculture and Life Sciences. He is also founder and President of bioDevelopments LLC, an international consultancy based in Ithaca, NY. The company works in areas related to biotechnology transfer for the benefit of the developing world, and serves the international development community, the private sector, and academia in public/private partnership building, development of intellectual property management strategies, institution building, and management of institutional change. Krattiger has worked extensively in developing countries and was closely involved in the establishment of ISAAA in 1991, serving as its Executive Director from 1995 to 2000, and brokering agricultural biotechnology between the private sector and developing countries. He also worked briefly at the now defunct International Academy of the Environment in Geneva where he established a Bio-technology/Biodiversity Program. He worked a few years at CIMMYT in Mexico and holds a masters in plant breeding and a PhD in biochemistry and genetics, both from Cambridge University, and a bachelors degree from the Swiss Agricultural College (Agro-Ingenieur am Landwirtschaftlichen Technikum in Zollikofen). Before that he was a farmer in Switzerland and France and completed the “Ecole d’Agriculture de Cernier” in Neuchâtel.


Dr. Katharina Jenny, Program Manager ISCB (Indo-Swiss Collaboration in Biotechnology), Institut für Biotechnologie, ETH Hönggerberg, Zürich

Institute of Biotechnology
ETH Hönggerberg
CH-8093 Zurich
Phone: +41 1 633 21 95
Fax: +41 1 633 10 76
Email: jenny@biotech.biol.ethz.ch
Web: www.biotech.biol.ethz.ch/india

Dr. Katharina Jenny obtained her degree in microbiology at the University of Zurich in 1984. In 1985, she decided to participate in the postgraduate study programme on developing countries (NADEL) at ETH. There she got an intense training on development cooperation with a first practical experience in research collaboration in Nepal in 1986. The latter was crucial for her decision to do a PhD in biotechnology at the Institute of Biotechnology at ETH Zurich. Her aim was to gain a sound scientific background before getting involved in the already running Indo-Swiss biotechnology programme of the same institute.

In 1990, she received a PhD in bioprocess technology and subsequently, she joined the Indo-Swiss collaboration in Biotechnology programme as a senior scientist. From 1993 onwards, she overtook the management of the entire programme.

Dr. Jenny can look back on more than 10 years experience in planning, management and evaluation of strategic research partnerships between Indian and Swiss institutions in various areas of biotechnology R&D. In this position, she became familiar with the elaboration of projects in demand driven research such as for instance the improved production and protection of pulse and wheat crops, the biological improvement of soil quality, the development of animal disease diagnostics, and on a more general level, the establishment and scaling up of bioprocesses based on biochemical engineering. In order to maintain a close contact with all the project partners and to insure that all projects run properly, she has been travelling to India several times every year.

In December 2002, Dr. Jenny will join the Department of Thematic and Technical Resources at the Swiss Agency of Cooperation and Development (SDC) in Berne. In the Division of Natural Resources and Environment she will still be involved in questions related to the utilisation of natural resources, biotech-nology and agricultural research.

Dr. Jenny is a member of several entities and/or organisations dealing with research relevant issues for international development such as the KFPE (Swiss Commission for Research Partnership with Deve-loping Countries), the steering committee of the Competence Centre NIDECO (Network for International Development and Cooperation) at the ETH Zurich, the ‘Humanitarian Board’ for the international coordi-nation of the technology transfer of the Golden Rice, and the Swiss Forum for International Agricultural Research (SFIAR).


Prof. Dr. theol. Christoph Stückelberger, Zentralsekretär «Brot für alle», Bern Professor für Ethik an der Universität Basel; Mitglied der EKAH

Home:
Allenmossstrasse 66
CH-8057 Zurich
Phone: +41 1 310 38 30
Fax +41 1 310 38 34
Email: stueckelberger@bfa-ppp.ch
Web: www.christophstueckelberger.ch, www.bfa-ppp.ch

  • Zentralsekretär von «Brot für alle» (Evangelischer Entwicklungsdienst Schweiz) seit 1992
  • Professor für Ethik an der Theologischen Fakultät der Universität Basel
  • Internationaler Präsident des Ökumenischen Darlehensfonds (Mikrokredite in 30 Entwicklungs-ländern)
  • Gründungspräsident und heute Vizepräsident der Schweizer Sektion von Transparency International
  • Präsident der Stiftung Step für fairen Orientteppichhandel
  • Mitglied der EKAH (Eidg. Ethikkommission für die Gentechnik im ausserhumanen Bereich
  • Mitglied des Gesprächskreises Kirche-Gentechnik
  • ausgebildet als Pfarrer
  • Ehefrau Psychotherapeutin
  • Vater von vier Kindern
  • wohnhaft in Zürich.
  • Jahrgang 1951.

Zahlreiche Publikationen zu Wirtschaftsethik, Umweltethik, politische Ethik, Friedensethik. Regelmässige Gastvorlesungen in Entwicklungsländern.