Grüne Gentechnologie

Seit Jahrtausenden züchtet der Mensch Pflanzen nach seinen Vorstellungen. Sie werden so verändert, dass der Ertrag von Samen oder Früchten höher ist, die Pflanzen eine bestimmte Grösse oder Blütenfarbe erreichen oder dass sie gegen Kälte oder Krankheiten resistent sind.

Über die Jahre haben sich die Zuchtmethoden verändert. Hat der Mensch am Anfang Pflanzen mit zufällig entstandenen Eigenschaften ausgelesen, begann er bald Sorten miteinander zu kreuzen, um deren Merkmale in einer Pflanze zu vereinen. Zum Beispiel entstand durch die Kreuzung von Schlehe und Kirschpflaume die Zwetschge. Mit dieser Methode dauert es bis zu 30 Jahre bis eine neue Pflanzensorte entwickelt ist. Heute kann ein Züchter auf schnellere Methoden zurückgreifen. Zum Beispiel werden Pflanzen mit radioaktiven Strahlen beschossen oder mit erbgutverändernden Chemikalien behandelt. Die entstandenen Mutanten mit den gewünschten Eigenschaften werden ausgesucht und weiter vermehrt.

Mit der Entdeckung von verschiedensten molekularbiologischen Tests (Gentechnik) wurde auch die klassische Zucht einfacher. Dort setzt man die Testverfahren ein, um gezielt nach den ausgelösten Veränderungen im Erbgut zu suchen. So lässt sich die „Nadel im Heuhaufen“ der mutierten Gene schneller finden und Gene für Giftstoffe oder Allergene können gemieden werden.

Die Gentechnik kann aber auch eingesetzt werden, um das Erbgut der Pflanzen gezielt zu verändern. Auch hier werden die gleichen Ziele wie bei der Züchtung verfolgt: Neue Pflanzensorten sollen resistent sein gegen Schädlinge und Infektionen oder auch unter widrigen Bedingungen wie Kälte oder Trockenheit wachsen. Der Unterschied zu herkömmlichen Verfahren ist, dass gezielt einzelne Gene im Erbgut der Pflanze verändert werden können. Mehr Informationen über die Technik und ihre Anwendungen gibt es in der Gentechnik Broschüre.

Anbau gentechnisch veränderte Nutzpflanzen

Im Jahr 1996 wurden in den USA zum ersten Mal gentechnisch veränderte (GV-) Pflanzen angebaut. Seitdem wuchs die Zahl der Länder, die ihre Felder mit GV-Pflanzen bewirtschaften, auf 20 (Stand 2010). Über eine Milliarde Hektar Land werden dafür genutzt. Vor allem die USA, aber auch Brasilien, Argentinien und Indien setzen auf GV-Soja, -Mais und -Baumwolle. (www.transgen.de)

In der Schweiz stimmte die Bevölkerung im Jahr 2005 für die Initiative "für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft". Diese verlangte für die Dauer von fünf Jahren eine Landwirtschaft ohne gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Das Moratorium wurde bereits zwei Mal bis ins Jahr 2017 verlängert. In der Zwischenzeit wurden die Risiken und der Nutzen der grünen Gentechnik in einem Nationalen Forschungsprogramm (NFP) des Schweizer Nationalfonds untersucht. Die Ergebnisse des NFP 59 «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» zeigten, dass GVO weder gesundheits- noch umweltschädlich sind. Mehr Informationen hierzu findet sich auf der Webseite des NFP 59.

Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte

Auf dem Schweizer Markt gibt es bereits Produkte von GVO’s. Der Gesetzgeber hat für sie eine Kennzeichnungspflicht erlassen. Beispielsweise muss die aus GV-Mais hergestellte Maisstärke, die in einem Fruchtjogurt enthalten sein kann, als ‚gentechnisch verändert‘ gekennzeichnet werden. Nur unabsichtliche Verunreinigungen von unter 0.9% müssen nicht auf der Verpackung aufgeführt werden.