(v.l.n.r.) Lothar Jäckel, Lisa Schneider, Angelika Offinger, Emilia Terszowska, Sabine Eckervogt, Yasmin Müller-Quijada und Michel Brühlhart. Nicht auf dem Bild: Vanessa Schull, Johann Himber, Brice Herbrecht und Daniel-Uwe Zimmer. (Bild: Rolf Zeller)
(v.l.n.r.) Lothar Jäckel, Lisa Schneider, Angelika Offinger, Emilia Terszowska, Sabine Eckervogt, Yasmin Müller-Quijada und Michel Brühlhart. Nicht auf dem Bild: Vanessa Schull, Johann Himber, Brice Herbrecht und Daniel-Uwe Zimmer. (Bild: Rolf Zeller)

Auszeichnung für Tierpflegende für die Verminderung überzähliger Versuchstiere

Den Tierpflegerinnen und Tierpflegern des Departements Biomedizin am Standort Mattenstrasse ist es gelungen, die Zahl der überzähligen Versuchstiere erheblich zu reduzieren. Erreicht haben sie dies durch Unterstützung bei der Zuchtplanung, Sensibilisierung und eine verbesserte Kommunikationskultur zwischen Forschenden und der Tierstation. Dafür wurde das Team nun mit dem Swiss 3RCC Culture of Care Award ausgezeichnet.

In der Züchtung von Versuchstieren entstehen zwangsläufig auch Tiere, die nie für die experimentelle Forschung verwendet werden können. Grund dafür sind komplexe Züchtungsschemata und genetische Gesetzmässigkeiten, die eine gewisse Anzahl an Zuchttieren benötigen. Darüber hinaus sind Forschende aber gemäss des 3R-Prinzips (Replacement, Reduction, Refinement) verpflichtet, die Zahl ihrer Versuchstiere so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel verbesserte Zuchtstrategien, die Kryokonservierung derzeit nicht benötigter Tierlinien oder eine enge Abstimmung mit anderen Forschenden über die Verwendung der Tiere.

Angelika Offinger, Leiterin der Tierstation des Departements Biomedizin (DBM) am Standort Mattenstrasse, erkannte einen gewissen Handlungsbedarf: Zusammen mit ihrem Team hat sie vor einem Jahr aus eigenem Antrieb Anstrengungen angestossen, um die Zahl der Zuchttiere auf der Tierstation zu vermindern. «Für Tierpflegende bleibt die schonende Tötung von überzähligen Tieren immer eine Belastung», sagt Dr. Anne Zintzsch, Tierschutzbeauftragte an der Universität Basel.

Optimierung der Zuchtstrategien

Offinger verglich die Zahl der gezüchteten Tiere auf ihrer Tierstation mit der Zahl von tatsächlich in Tierversuchen eingesetzten Tieren. Dabei stellte sie fest, dass Zuchtstrategien optimiert und die Zahl der überzähligen Tiere effektiv gesenkt werden könnten. Ausgestattet mit Statistiken und alternativen Zuchtvorschlägen suchte sie das Gespräch mit den verantwortlichen Forschenden.

«Es brauchte viele Gespräche, ein ausserordentliches Engagement und eine gewisse Hartnäckigkeit des ganzen Tierpflegeteams, um die Verantwortlichen von den vorgeschlagenen Massnahmen zu überzeugen», erzählt Anne Zintzsch.

Das Projekt startete im November 2022 und zeigte schnell Erfolge. Bereits nach wenigen Monaten sank die Zahl der überzähligen Tiere je nach Zuchtlinie um 35 bis 50 Prozent. Darüber hinaus initiierten die Tierpflegenden eine Seminarreihe, um den Austausch zwischen Tierpflege und Forschung am Standort zu verbessern. In sechs Seminaren präsentierten die Forschenden ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und schafften so ein besseres Verständnis für die Notwendigkeit der Tierversuche.

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