Stellungnahme der Stiftung Gen Suisse zur GUMV und VDZV

Juli 2020

Die Stiftung Gen Suisse begrüsst die GUMV und die VDZV, schlägt jedoch vor diese Verordnungen aufgrund der Komplexität des Themas restriktiver und den Text in einigen Punkten klarer zu gestalten.

Die Stiftung Gen Suisse empfiehlt in einzelnen Punkten eine Überarbeitung der Gesetzesvorlage, um der Qualitätssicherung genetischer Untersuchungen gerecht zu werden.

Die Stiftung Gen Suisse schlägt die folgenden Massnahmen vor:
1. Interdisziplinarität der genetischen Diagnostik und Beratung zwischen Laborspezialisten, medizinischen Genetikern und Fachärzten zu schaffen.
2. Labore sollten nur Aufträge Fachärztinnen/-ärzten FMH der Medizinischen Genetik oder nur in umschriebenen Bereichen von Fachärztegruppen mit einer entsprechenden Ausbildung entgegengenommen werden dürfen.
3. Den Aufbau von «Genetik-Boards» analog den gut etablierten Tumorboards in unseren Spitälern durch Fachexperten mit klinischen und molekulargenetischen Fachkenntnissen.
4. Eine Überarbeitung der GUMV durch Fachexperten im Bereich Medizinische Genetik, die sich auch mit entsprechenden Regelungen in Nachbarländern auskennen.
5. Förderung des Nachwuchses in der Schweiz im Bereich Medizinische Genetik, um eine Brücke zwischen Klinik und Labor schlagen zu können. Es braucht Experten, die in der Lage sind, die medizinischen und genetischen, sowie die in der Schweiz gültigen ethischen, psychosozialen und rechtlichen Aspekte der jeweiligen Umstände zu verstehen und in Beratung und Behandlung mit einfliessen zu lassen.