Forschung mit Tieren: Wie eine Videoserie den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft öffnet

4. August 2026

Tierversuche sind in der Schweiz streng gesetzlich geregelt, müssen wissenschaftlich begründet sein und sind trotzdem regelmässig Gegenstand kontroverser Debatten. Die Forscherinnen Tosca Dalessi und Simona Doneva haben an der Universität Zürich eine Videoserie entwickelt, die sich dem Thema annimmt und Forschende direkt zu Wort kommen lässt.

Wer sich in der Schweiz mit Biowissenschaften, Pharmaforschung oder medizinischem Fortschritt beschäftigt, setzt sich früher oder später mit dem Thema Tierversuche auseinander. Es ist ein Bereich, der streng reguliert ist – und trotzdem sorgt er auf gesellschaftlicher und politischer Ebene regelmässig für Zündstoff. Der öffentliche Diskurs neigt zu polarisierten Positionen, wobei direkte Stimmen aus der Forschung häufig untergehen.

Tosca Dalessi, PhD in Cancer Biology, und Simona Doneva, PhD in Biostatistik, haben an der Universität Zürich eine fünfteilige Videoserie entwickelt. In der Serie «Forschung mit Tieren in der Schweiz» beantworten zwölf Forschende von den Universitäten Zürich, Basel und Fribourg sowie dem Universitätsspital Zürich Fragen aus der Bevölkerung.

Ihr Ziel: Fragen junger Menschen mit den Erfahrungen von Forschenden verbinden, die selbst mit Tieren arbeiten. «Wir wollten ein differenzierteres und authentischeres Bild zeichnen – davon, warum Forschende solche Studien durchführen», erklären die beiden. Rund 400 Personen hatten an einer Umfrage teilgenommen, aus der sie fünf zentrale Themenbereiche definierten.

Die Videos erklären unter anderem, wie und warum Tierversuche durchgeführt werden, welche Vorschriften zum Umgang mit den Tieren existieren und wo alternative Methoden bereits heute zum Einsatz kommen. Die Forschenden erklären auch, wie sie selbst zu Tierversuchen stehen, welche ethischen Fragen sie beschäftigen und warum das Thema die ganze Gesellschaft betrifft.

Für Dalessi und Doneva war die Videoserie gleichzeitig eine Erfahrung in der Wissenschaftskommunikation. Sie zeigt, wie sich komplexe und gesellschaftlich sensible Themen offen, verständlich und auf Augenhöhe vermitteln lassen.

Die Videos und weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: simonada.github.io/animal-research-video-series-ch

Scientifica 2026

Die Videoserie ist auch Teil des Auftritts an der diesjährigen Scientifica – dem grössten Wissenschaftsfestival der Schweiz. Unter dem Titel «In Transition: Research Involving Animals and Alternatives» präsentieren Tosca Dalessi, Simona Doneva und weitere Forschende der UZH und ETH Zürich interaktiv, wie moderne Forschung und die 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine) dazu beitragen, Tierversuche zu minimieren und bestehende Verfahren tierschonender zu gestalten. Die Ausstellung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und ist am 29. und 30. August 2026 im Zentrum Zürich zu besuchen.

Mehr zur Scientifica-Ausstellung: scientifica.ch

Die Videos und weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: simonada.github.io/animal-research-video-series-ch